Fachtreffen "Ansatzpunkte für eine Zusammenarbeit und Themenvorschläge"
Am 02. April 2025 wurde zu einem online Fachtreffen eingeladen. Ziel der Veranstaltung war es, Kooperationsmöglichkeiten auszuloten, mögliche thematische Schwerpunkte für die zweijährige Aufbauphase zu identifizieren und aktuelle Informationen zum Aufbau des Bodenmonitoringzentrums aus der Koordinierungsstelle zu geben.
Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus Umweltbehörden, Forschung und Praxis wurden diese Fragen besprochen. Da die Zusammensetzung des Fachgremiums zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststand, handelte es sich um einen offenen fachlichen Austausch ohne bindenden Charakter.
Die Ausarbeitung von fachlichen Ansatzpunkten für die weitere Zusammenarbeit geschah anhand der Vorstellung und inhaltlichen Diskussion von möglichen Beispielprojekten, die sich aus dem abgestimmten und im Konzept dargelegten Aufgabenbereich des Bodenmonitoringzentrums, sowie bisheriger Diskussionen aus vergangenen Workshops ergaben.
Tagesordnung
| TOP 1 | Begrüßung und Ergebnisse des letzten Fachworkshops |
|---|---|
| TOP 2 | Vorstellung, Bearbeitung und Diskussion der Themenvorschläge |
| TOP 3 | Aktuelles und Ausblick |
Priorisierung eingereichter fachlicher Themen

Ergebnisse der Diskussion
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Möglichkeit der Verknüpfung der Ergebnisse verschiedener Monitoringprogramme
Das Ziel ist, die Vergleichbarkeit von Messdaten aus verschiedenen Bodenmonitoring-Programmen zu prüfen und dadurch gemeinsame Auswertungen zu verbessern. Eine solche Übersicht über die Vergleichbarkeit der Programme ermöglicht eine genauere Einschätzung des Bodenzustands und seiner Veränderungen auf regionaler und nationaler Ebene.
Wichtige Punkte aus der Diskussion:
Es ging darum, wie man Ergebnisse aus verschiedenen Bodenmonitoringprogrammen gut zusammenführen kann.
Unterschiedliche Programme (z.B. auf Bundes- und Länderebene) haben verschiedene Ziele und Bedingungen.
Wichtig ist, dass man die Ziele, Methoden und verfügbaren Daten aller Programme genau erfasst.
Dabei müssen auch Dinge wie der räumliche Bereich, die Methoden und zeitliche Veränderungen beachtet werden.
Fachleute sollten aktiv mithelfen, diese Infos zu sammeln – das geht besser als nur Daten allein zu analysieren.
Die Sammlung und Pflege dieser Informationen muss dauerhaft weiterlaufen, weil ständig neue Programme dazukommen oder sich ändern.
So kann man herausfinden, ob bestimmte Bodenproben vergleichbar sind und wo Unterschiede liegen.
Es kann auch helfen, bessere Methoden zum Übertragen von Ergebnissen zwischen Programmen zu entwickeln.
Das Ganze soll keine einmalige Aktion sein, sondern eine dauerhafte Aufgabe des Bodenmonitoringzentrums.
Man muss regelmäßig prüfen, was schon existiert und was man sinnvoll verbinden kann.
Eine Zusammenarbeit direkt mit den Verantwortlichen der Programme erleichtert die Arbeit.
Langfristig sollten die Programme selbst Interesse daran haben, ihre Daten regelmäßig zu aktualisieren.
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Überprüfung der Anwendbarkeit vorgeschlagener Indikatoren mit deutschlandweiten Daten
Ziel ist die gezielte Weiterentwicklung und verbesserte Umsetzung von Bodenzustands-indikatoren für unterschiedliche Fragestellungen und Berichtszwecke. Die Weiterentwicklung von Indikatoren in der Berichterstattung ermöglicht eine verbesserte Beurteilung des Bodenzustands und der Wirksamkeit von Maßnahmen in Boden-, Klima- und Biodiversitätsschutz.
Wichtige Punkte aus der Diskussion:
Es wurde herausgestellt, dass die Indikatoren zu Erosion, Bodenbiodiversität, Bodenversiegelung, Kohlenstoffspeicherung, Belastungen, Wasserhaushalt, Verdichtung, Nährstoffen, pH-Wert und Versauerung besonders relevant sind.
Indikatoren sollten auch auf spezielle Gebiete wie z.B. Auen ausgeweitet und abiotische sowie biologische Faktoren stärker miteinander verbunden werden.
Die Entwicklung der Indikatoren soll schrittweise erfolgen: Erst die fachliche Frage bzw. das Risiko klären, dann Schwellenwerte festlegen und schließlich belastbare Indikatoren ableiten.
Die Indikatorenentwicklung ist wichtig, weil die Deutsche Anpassungsstrategie 2024 und verschiedene EU- und Bundesgesetze regelmäßige Berichte auf dieser Basis fordern.
Zwei Umweltbundesamt-Veröffentlichungen bieten wichtige Grundlagen: ein Überblick über Bodendaten in Deutschland (UBA-Text 52/2020) und eine Übersicht über bisherige Indikatoren (UBA-Text 23/2024).
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Bodenbiologische Indikatoren mit Leben füllen: Indikator „Zustand der Bodenmesofauna und Mikroorganismen“
Ziel dieser Aktivität ist es, vorausschauend die Entwicklung von Indikatoren für den bodenbiologischen Zustandes voranzubringen, welche die bestehenden Indikatoren für die Regenwürmer ergänzen. Indikatoren für den Zustand der Bodenmesofauna und Mikroorganismen sollen sowohl in den zweiten Aktionsplan der Nationalen Biodiversitätsstrategie (NBS) und in den Aktionsplan Anpassung (APA) der Deutschen Anpassungsstrategie 2024 (DAS 2024) Eingang finden.
Wichtige Punkte aus der Diskussion:
- Ziel ist die Entwicklung neuer Indikatoren für den biologischen Zustand des Bodens – zusätzlich zu bestehenden wie z. B. für Regenwürmer.
Ein umfassender Überblick über bestehende Strategien und gesetzliche Vorgaben (z. B. NBS, DAS 2024, BBodSchG) ist Voraussetzung.
Es besteht Bedarf an Indikatoren sowohl für die biologische Vielfalt im Boden als auch für Bodenfunktionen und Ökosystemleistungen.
Der Indikator muss zielgerichtet entwickelt werden: Was soll er abbilden? Für welche Ökosysteme oder Nutzungen ist er geeignet?
Statt eines Gesamtwerts wird ein modulares Set an Indikatoren empfohlen, das verschiedene Aspekte differenziert darstellt.
Erste Schritte sind möglich, hängen aber stark von der Verfügbarkeit und Qualität vorhandener Daten ab.
Wichtige Kenngrößen sind z. B. Artenvielfalt, Abundanz und Aktivität von Bodenorganismen.
Die Einbindung relevanter Akteure und Programme (z. B. Thünen-Institut, BfN, UBA, Länder) ist zentral.
Finanzierung soll möglichst über bestehende Programme erfolgen – für neue Anforderungen sind zusätzliche Mittel nötig.
Durch EU-Initiativen wie das geplante Soil Monitoring Law steigt die Bedeutung und Dringlichkeit der Indikatorenentwicklung weiter.
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Harvesting von Bodeninformationen LAGB ➔ Bodenmonitoringzentrum
Ziel ist es, bodenkundliche Daten aus Sachsen-Anhalt (z. B. BDF-Daten, Referenzprofile, Landesaufnahme) so aufzubereiten und bereitzustellen, dass sie vom Bodenmonitoringzentrum automatisch übernommen werden können.
Das Landesamt für Geologie und Bergwesen (LAGB) stimmt sich dafür mit dem Bodenmonitoringzentrum ab und bereitet die Daten entsprechend vor.
So kann ein technischer Prozess (sogenannter Harvestingprozess) entwickelt, eingerichtet und getestet werden, um die Daten regelmäßig und automatisch zu übertragen.Wichtige Punkte aus der Diskussion:
Es ist wichtig, dass alle ein gemeinsames Verständnis haben, welche Daten und Formate wichtig sind, damit die Daten richtig weitergegeben werden können.
Für eine bundesweite Nutzung soll früh eine Strategie gemacht werden, damit auch andere Landesämter und wichtige Stellen am Harvestingprozess teilnehmen können.
Das Projekt soll eng mit dem DataHub-Projekt vom Bodenmonitoringzentrum verbunden werden und dort als Testszenario ausprobiert werden.
Der erste Schritt könnte eine Bedarfsabfrage sein: Welche Daten und Formate werden genau gebraucht?
Zuerst sollen wichtige bodenkundliche Grunddaten vorbereitet werden.
Es soll geprüft werden, ob die Metadaten einheitlich gemacht werden müssen, zum Beispiel nach der Bodenkundlichen Kartieranleitung (KA6).
Die Finanzierung soll am besten über das DataHub-Projekt laufen.