Mit dem Data Hub Boden entsteht eine moderne, digitale Plattform, die bodenbezogene Mess- und Metadaten aus ganz Deutschland intelligent vernetzt. Sie bündelt Informationen aus zahlreichen Quellen, macht sie leichter zugänglich und schafft neue Möglichkeiten für fachübergreifende Zusammenarbeit. Die Verantwortung und Kontrolle über die Daten verbleiben bei den jeweiligen Quellen. So wird der Umgang mit Bodendaten nachhaltig und zukunftsfähig gestaltet.
In Deutschland werden Bodendaten an vielen Stellen erhoben: durch Bundes-, Landesbehörden, und Forschungseinrichtungen. Diese Erhebungen dienen unterschiedlichen Zwecken – etwa der Beantwortung wissenschaftlicher Fragestellungen, der politischen Beratung oder der Erfüllung nationaler und internationaler Berichtspflichten.
Die Folge der unterschiedlichen Monitorings ist eine Vielzahl an Datenbeständen, die sich auf verschiedenen Rechnern oder in zahlreichen Datenbanken befinden und in ihren technischen Formaten unterscheiden.
Hier setzt der Data Hub Boden an: Er soll als zentrale Plattform dazu beitragen, bodenbezogene Daten und Informationen in Deutschland besser sichtbar, zugänglich und nutzbar zu machen – unter Wahrung bestehender Zuständigkeiten und Datenhaltungsstrukturen. Es ist das erste Projekt des Zentrums.
Ziele und Funktionen der Plattform
Im Mittelpunkt stehen:
Zentrale Erreichbarkeit von dezentral gespeicherten Daten
Die Primärdaten verbleiben auf den Servern der jeweiligen Institutionen. Über standardisierte Programmschnittstellen kann jedoch – sofern rechtlich zulässig und technisch möglich – ein direkter Zugriff ermöglicht oder eine gezielte Verlinkung bereitgestellt werden. Die Datenhoheit bleibt dabei vollständig bei den datenhaltenden Stellen.
Einheitlicher Metadatenkatalog
Informationen zu Messprogrammen – wie Erhebungszeiträume, gemessene Parameter oder verwendete Methoden – werden in einem strukturierten Katalog zusammengeführt, für die Suche zugänglich gemacht und regelmäßig aktualisiert.
Verlinkung bestehender Angebote
Der Data Hub bindet bereits vorhandene digitale Infrastrukturen aktiv ein. Plattformen und Dienste, die Daten bereits veröffentlichen, werden nicht ersetzt, sondern gezielt über Verlinkungen erreichbar sein.
Plattform für Zusammenarbeit
Neben der reinen Datenerschließung soll der Data Hub auch den fachlichen Austausch zwischen allen Beteiligten erleichtern – etwa durch digitale Arbeitsbereiche, in denen gemeinsame Fragestellungen bearbeitet werden können.
Aktueller Stand
Aktuell erarbeitet ein Konsortium aus Expertinnen und Experten ein detailliertes Konzept der Plattform. Die Konzeptionierungsphase wird voraussichtlich im ersten Quartal 2026 abgeschlossen. Das Vorhaben wird durch das Nationale Bodenmonitoringzentrum mit Mitteln aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) gefördert.
Gemeinsam mit datenhaltenden Stellen, Forschungseinrichtungen und weiteren relevanten Akteuren und Akteurinnen werden die fachlichen, technischen und organisatorischen Anforderungen an den Data Hub erarbeitet. Dies geschieht unter anderem durch Umfragen, Workshops und Einzelinterviews.
Eindrücke vom Workshop am 2. und 3. Juni in Dessau:
Fachliche Grundlagen bilden dabei unter anderem die Vorhaben zur Konzeption eines Klimafolgen-Bodenmonitoring-Verbunds (UBA-Text 75/2025, UBA-Text 67/2022) sowie die Bestandsaufnahme „Bodendaten in Deutschland“ (UBA-Text 52/2020).


