Was bedeutet Bodenmonitoring?

Bodenmonitoring bedeutet die zielgerichtete und regelmäßig wiederholte Beobachtung, Untersuchung und Bewertung von Böden beziehungsweise dem Bodenzustand über einen langen Zeitraum hinweg.
Ziel des Bodenmonitorings ist es, Veränderungen zum Bodenzustand, den Bodenfunktionen und bodenbezogenen Ökosystemleistungen frühzeitig zu erkennen, mit möglichen Ursachen zu verbinden, Risiken zu bewerten und Handlungsempfehlungen für Politik, Landwirtschaft und Umweltschutz zu geben. Denn unsere Böden sind eine lebenswichtige Ressource. Sie verändern sich langsam, aber stetig. Viele Prozesse laufen im Verborgenen ab. Nur durch langfristige Beobachtung lässt sich beurteilen, ob Böden z. B. durch unterschiedliche Bodennutzung, Versiegelung oder Klimawandel belastet oder gefährdet sind.
Wie funktioniert Bodenmonitoring?
Bodenmonitoring wird in Deutschland nach wissenschaftlichen Methoden durchgeführt. In der Regel werden diese Erhebungen durch Fachbehörden und wissenschaftliche Einrichtungen durchgeführt, sie können durch bürgerwissenschaftliches Engagement ergänzt werden. Dafür werden dauerhaft angelegte Messstellen je nach Programm in verschiedenen Regionen oder deutschlandweit regelmäßig untersucht – einige seit fast 50 Jahren! Neben vor-Ort-Erhebungen sind auch Auswertungen von Fernerkundungsdaten und Modellierungen möglich.
Monitoringkreislauf

Was wird gemessen?
Es werden Parameter der physikalischen, chemischen und biologischen Eigenschaften des Bodens wie Nährstoffgehalt, Bodenfeuchte, Bodenstruktur und Bodenorganismen oder das Ausmaß an Schädigungen gemessen. Unter Bodenmonitoring wird neben der Erfassung von Daten durch Bodenuntersuchungen auch die Erfassung und Darstellung von Gefährdungen der Bodenfunktionen verstanden, wie Schadstoffeinträge oder Versiegelung. Die folgende Tabelle zeigt einen kleinen Ausschnitt an Eigenschaften, Parametern oder Schädigungen und deren Bedeutung.
| Parameter | Bedeutung |
|---|---|
| Humusgehalt | Speichert Kohlenstoffdioxid und Nährstoffe |
| pH-Wert | Beeinflusst Nährstoffverfügbarkeit |
| Bodenfeuchte | Wichtig für Pflanzen und den Wasserhaushalt |
| Bodenbiologie | Lebensraum für Mikroorganismen, Regenwürmer, Pilze und Insekten |
| Verdichtung | Erschwert Wurzelwachstum in die Tiefe und den Wasserfluss |
| Erosion | Verlust fruchtbaren Bodens durch Regen, Wind oder Ernte (Boden, der am Wurzelgemüse bleibt) |
| Schadstoffe | Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Natur |
Bilder von Probenahmen
Bilder von Laboranalysen
Warum benötigen wir Bodenmonitoring?
Das Wissen über Bodenveränderungen und ihre kausalen Ursachen ist eine essentielle Basis für eine nachhaltige Bodennutzung in Land- und Forstwirtschaft sowie in der Siedlungs- und Infrastrukturentwicklung. Es ist auch entscheidend für die Entwicklung zielgerichteter Politiken zum Schutz von Böden und den durch sie bereitgestellten Ökosystemleistungen. Zudem sollen die Daten und Informationen aus dem Bodenmonitoring zu Indikatoren für die Umwelt- und Nachhaltigkeitsberichterstattung aggregiert werden. Dies wiederum dient der Information der Öffentlichkeit und der politischen Entscheidungsebenen.
Quellenangabe
Fazit
Unter Bodenmonitoring versteht man, den aktuellen Bodenzustand zu erfassen, Veränderungen und Trends des Bodenzustands zu erkennen sowie zu bewerten. Für die Ursachenanalyse von Änderungen ist die Verschneidung der Ergebnisse des Bodenmonitorings mit möglichen Treibern der Bodenveränderungen essentiell. Exemplarisch genannt seien an dieser Stelle die Bodenversiegelung, die Änderung der Bodennutzung und Bodenbewirtschaftung, Stoffeinträge, veränderte mechanische Bodenbelastung sowie Veränderungen des Klimas.
