Zum Inhalt springen
Eine Bodenprobe wird in einem Bohrstock gezeigt.

Überblick über die nationale und internationale Monitoringlandschaft: Die Steckbriefe enthalten zentrale Eckdaten zum Start der Programme, Standorten, der Zuständigkeiten sowie weiterführende Informationen zur Datenverfügbarkeit, Berichten und Kartenmaterial. Die Programme sind nach Landnutzungen unterteilt.

 

Nationale Aktivitäten:

alle Landnutzungen

Agrarmeteorologische Daten

Agrarmeteorologische Daten

Beginn1961
Anzahl ProbenahmepunkteEtwa 500
LandnutzungLand- und Forstwirtschaft
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitDeutscher Wetterdienst (DWD)
FinanzierungBund

Es werden Daten erhoben, die die Wechselwirkungen zwischen Witterung, Pflanzen und Boden aufzeigen. Die qualitätsgeprüften Einzeldaten werden fortlaufend statistisch ausgewertet. Der Deutsche Wetterdienst hat daraus Wirkungsmodelle entwickelt, aus denen Informationen zum Bodenwasserhaushalt und zum Bestandsklima gewonnen werden können. Die Daten werden vom DWD auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

Boden-Dauerbeobachtung (BDF)

Boden-Dauerbeobachtung (BDF)

Beginnca. 1970 in den ersten Bundesländern
Anzahl Probepunkteungefähr 780 Basisbeobachtungsflächen und rund 100 Intensivbeobachtungsflächen
LandnutzungAcker, Grünland, Forst und Sonderkulturen, z.T. auch im Siedlungsbereich oder auf sonstigen Nutzungen
Verknüpfung mit anderen ProgrammenVerknüpfungen bestehen in einigen Ländern mit ICP Forests, Luft-, Grundwasser-, WRRL- und FFH-Messnetzen
ZuständigkeitVerschiedene Behörden auf Bundeslandebene
FinanzierungBundesländer

Bei der Boden-Dauerbeobachtung in Deutschland handelt es sich um ein dauerhaft betriebenes Monitoringprogramm, welches explizit darauf ausgerichtet ist, Veränderungen des Bodenzustands über einen langen Zeitraum zu erfassen. Dies geschieht deutschlandweit auf Grundlage der „Konzeption zur Einrichtung von Bodendauerbeobachtungsflächen (BDF)“ und der „Konzeption zur Einrichtung und zum Betrieb von BDF“ (Stand: Juli 2000). Die Daten sind auf Anfrage bei den betreibenden Ländern erhältlich.

Feldlysimeter

Feldlysimeter

Beginnje nach Station unterschiedlich, z.T. seit 1956
Anzahl Untersuchungsstandorte50
LandnutzungForstwirtschaft, Landwirtschaft, Bergbaufolgelandschaften, Industriebrachen
Verknüpfung mit anderen ProgrammenEinige Versuchsstandorte sind in Kooperationen (Lysimeter-Kooperation) und Forschungsverbünden (TERENO SoilCan) eingebunden.
ZuständigkeitUniversitäten, wissenschaftliche Institute, Behörden, private Firmen
Finanzierungunterschiedliche

In Deutschland gibt es ca. 50 Untersuchungsstandorte, die mit Lysimetern unterschiedlicher Bauart ausgestattet sind. Hier werden Messdaten zum Wasser- und Stoffhaushalt von Böden unterschiedlicher Nutzung erhoben. Bodenwasserhaushalt, Versickerung und Grundwasserneubildung werden beobachtet und untersucht, die aktuelle Evapotranspiration und der kapillare Aufstieg quantifiziert. Darüber hinaus wird die Stoffverlagerung und -auswaschung in der ungesättigten und gesättigten Bodenzone gemessen. Die jeweils unterschiedlichen Aufgabenstellungen liegen im Bereich der vertiefenden und i.d.R. zeitlich hochauflösenden Prozessforschung.

mehr über Feldlysimeter

Informationssystem Boden- und Grundwasserschutz/ Kampfmittelräumung INSA Bundesliegenschaft

Informationssystem Boden- und Grundwasserschutz/ Kampfmittelräumung INSA Bundesliegenschaft

Zeitraum1991 bis heute, weiter fortlaufend
Anzahl ProbepunkteUntersuchungen auf 4.403 Liegenschaften mit 51.321 kontaminationsverdächtigen oder kontaminierten Flächen mit 116.675 Untersuchungspunkten (Stand Februar 2019)
Landnutzungalle sowie Grundwasser und Oberflächenwasser
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitLeitstellen der Länder für Boden- und Grundwasserschutz, eine zentrale Datenbereitstellung für Bundes- und Landesbehörden kann über die Leitstelle des Bundes für Boden- und Grundwasserschutz erfolgen
Finanzierung-

INSA ist eine kontinuierliche Datenerfassung, -pflege und -auswertung für Bundesliegenschaften im Rahmen von Untersuchungen und Sanierungsmaßnahmen von Boden- und Grundwasserverunreinigungen sowie Kampfmittelmaßnahmen. Die Daten dienen der Information des Bundes und der Länder über schadstoff- und kampfmittelbelastete Flächen auf Liegenschaften, der Unterstützung bei Bauvorhaben des Bundes und der Länder sowie der Sicherung und Sanierung belasteter Böden auf Liegenschaften des Bundes und der Länder.

MonViA (Monitoring Vielfalt in Agrarlandschaften)

MonViA (Monitoring Vielfalt in Agrarlandschaften)

ZeitraumMonitoring im Aufbau
Anzahl Probepunkte-
LandnutzungLandwirtschaft
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitAuftraggeber: Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Ausführung: Johann Heinrich von Thünen-Institut, Julius-Kühn-Institut sowie Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung
FinanzierungBund

MonViA entwickelt ein bundesweites Biodiversitätsmonitoring in Agrarlandschaften, das Veränderungen der biologischen Vielfalt erfasst, eine Bewertung agrarumweltpolitischer Maßnahmen ermöglicht und relevante Indikatoren für die Landwirtschaft ergänzt. Dabei sollen Daten zu Regenwürmern und Bodenmikroorganismen erhoben werden.

mehr über Monitoring Vielfalt in Agrarlandschaften

Umweltprobenbank

Umweltprobenbank

Beginnseit Anfang der 1980er Jahre
ProbenahmegebieteBornhöveder Seengebiet, Oberbayerisches Tertiärhügelland, Solling, Pfälzerwald, Saarländischer Verdichtungsraum, Verdichtungsraum Leipzig, Nationalpark Harz, Biosphärenreservat/Nationalpark Berchtesgaden, Nationalpark Bayerischer Wald
LandnutzungAgrar-, ballungsraumnahe, Fließgewässer-, Forst-, Marine und naturnahe terrestrische Ökosysteme
Verknüpfung mit anderen ProgrammenZum Teil bestehen Verknüpfungen mit der Boden-Dauerbeobachtung und dem Boden-Integrated Monitoring (IM).
ZuständigkeitGesamtverantwortung liegt beim Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz, die administrative und fachliche Koordinierung liegt beim Umweltbundesamt
FinanzierungEU

Für die Umweltprobenbank werden Umwelt- und Humanproben gesammelt und bei ca. -150 °C unverändert gelagert. Durch die Lagerung bleiben die Proben für retrospektive Untersuchungen erhalten und ermöglichen die Beantwortung biologischer Fragestellungen. Vor der Einlagerung werden die Proben routinemäßig einer Eingangsanalyse auf ca. 60 umweltrelevante und die Probe charakterisierende Stoffe unterzogen.

Für eine Auswahl der Untersuchungsparameter für Boden und Regenwürmer sind die Analysenergebnisse unter www.umweltprobenbank.de öffentlich recherchierbar, weitere Daten können unter angefordert werden.

mehr über die Umweltprobenbank

Landwirtschaft

Bodenschätzung

Bodenschätzung

BeginnFlächendeckende Erstschätzung zwischen 1936 und 1952,
Nachschätzungen können jederzeit erfolgen
Anzahl ProbenahmepunkteBohrpunkte: 400 bis 600 pro km², 
Grablöcher: etwa 100 bis 120 pro km²,
Vergleichsstücke: ca. 4 bis 8 pro Gemarkung, 
Musterstücke: ca. 4 000
Landnutzunglandwirtschaftlich nutzbare Böden
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitUrheber / Anbieter / Eigentümer und Ansprechpartner auf Bundesebene: Bundesministerium der Finanzen (BMF), Schätzungsbeirat beim BMF
Urheber auf Landesebene: Schätzungsausschüsse bei den Finanzämtern
Anbieter auf Landesebene: Katasterverwaltung (ggf. Finanzverwaltung, Geologische Landesämter/Dienste)
Eigentümer auf Landesebene: Finanzverwaltung, Katasterverwaltung
Ansprechpartner auf Landesebene: für die Durchführung der Bodenschätzung zuständige Landesbehörden (OFD, LFD, Finanzministerium), Katasterämter, Geologische Landesämter/Dienste
Finanzierung-

Die Bodenschätzung nach dem Bodenschätzungsgesetz (BodSchätzG) ist ein bewährtes Verfahren zur Kartierung und Bewertung landwirtschaftlich nutzbarer Böden. Die Bodenschätzung dient der Besteuerung landwirtschaftlicher Flächen, der Agrarordnung, dem Bodenschutz und dem Aufbau von Bodeninformationssystemen. Im Rahmen der Bodenschätzung werden Daten zu weitgehend unveränderlichen Bodeneigenschaften (z.B. Bodenart, Humusgehalt, Steingehalt, Gründigkeit) erhoben. Die Einschätzung der Ertragsfähigkeit der Böden erfolgt anhand von Relativzahlen zwischen 7 und 100. Die Ergebnisse der Bodenschätzung werden parzellenscharf, meist im Maßstab 1:2.000 in Karten und Büchern bzw. in elektronischen Systemen dargestellt. Sie werden in das amtliche Liegenschaftskataster übernommen und liegen im Grunde flächendeckend vor. Die Erfassung und Bewertung der Bodeneigenschaften erfolgen auf einheitliche Art und Weise im gesamten Bundesgebiet. 

Die Daten sind auf Landesebene in den Katasterverwaltungen (ggf. Finanzverwaltung, Geologische Landesämter/Dienste) verfügbar.

Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE LW)

Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE LW)

Beginn1. Inventur von 2011 bis 2018
2. Inventur von 2023 bis 2029
Anzahl Probepunkte3.104 Punkte im 8x8 km Raster
Landnutzunglandwirtschaftlich genutzte Acker-, Grünland- und Sonderkulturflächen
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Johann Heinrich von Thünen Institut
FinanzierungBund
ViewerBZE-LW – Bodenprofilviewer
KerndatensatzErste Bodenzustandserhebung Landwirtschaft – Kerndatensatz

Mit der Bodenzustandserhebung Landwirtschaft (BZE-LW) wurde erstmalig eine deutschlandweite, konsistente und repräsentative Inventur der Kohlenstoffvorräte bis 100 cm Tiefe durchgeführt. Sie stellt eine Verbesserung der Datengrundlage für die Emissionsberichterstattung gemäß UN-Klimarahmenkonvention und Kyoto-Protokoll dar.

mehr über Bodenzustandserhebung Landwirtschaft

Erosionsmonitoring

Erosionsmonitoring

Beginnverstärkt seit den 1980er Jahren ins Leben gerufen
Anzahl ProbenahmepunkteVariieren je nach Bundesland und spezifischem Programm
LandnutzungFokus auf landwirtschaftlich genutzter Fläche
Verknüpfung mit anderen ProgrammenBoden-Dauerbeobachtung in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg
ZuständigkeitLandesumweltämter & landwirtschaftliche Forschungsinstitute
FinanzierungLandes- und Bundesmittel

In Deutschland wird in sechs Bundesländern ein Erosionsmonitoring durchgeführt. Zusätzlich gibt es in einem Bundesland potentielle Standorte, die derzeit nicht in Betrieb sind. Die Vorgehensweise und Intensität ist nicht einheitlich. Erfasst werden Mess-, Kartierungs- und Bewirtschaftungsdaten, die Rückschlüsse auf Erosionsprozesse zulassen. Der Schwerpunkt liegt auf der Bodenerosion durch Wasser auf landwirtschaftlich genutzten Flächen. Die jeweils unterschiedlichen Aufgabenstellungen liegen im Bereich der vertiefenden und in der Regel zeitlich hochauflösenden Prozessforschung sowie der Bewertung von landwirtschaftlichen, landeskulturellen und technischen Schutzmaßnahmen.

Humusmonitoring Nordrhein-Westfalen

Humusmonitoring Nordrhein-Westfalen

Zeitraum2009 bis 2024
Anzahl Probepunkte200: Extensivprogramm 155 Punkte, Intensiv/Langzeitmonitoring 45 Punkte
LandnutzungAckerflächen
Verknüpfung mit anderen ProgrammenDie Flächen werden als Boden-Dauerbeobachtungsstandorte nach 2024 weitergeführt.
ZuständigkeitLandesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) gemeinsam mit dem Geologischen Dienst NRW, der Landwirtschaftskammer, der Universität Bonn und des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz (MKUNLV)
FinanzierungNordrhein-Westfalen

Beim Extensivmonitoring wurden 2009 zur Bestimmung standorttypischer Humusgehalte einmalig die Kohlenstoff-Gehalte sowie weitere bodenchemische und bodenphysikalische Parameter erhoben. Durch das Intensivmonitoring sollen Fragen der Bodenveränderungen, z.B. ob der Klimawandel oder die Bewirtschaftung eine schleichende Abnahme der Humusgehalte in Ackerböden hervorrufen bzw. beschleunigen werden, beantworten. Hierzu werden auf 45 Standorten in drei Naturräumen Nordrhein-Westfalens (Rheinische Bucht, Kempener Platte im Niederrheinischen Tiefland, Westfälische Bucht) jährlich der Humusgehalt sowie weitere chemische Basisparameter des Bodens untersucht. Zusätzlich werden alle drei Jahre Humusvorräte berechnet und zudem Humusfraktionierungen zur Quantifizierung unterschiedlich stabiler C-Pools im Boden durchgeführt. Für den Zeitraum 2010 bis 2030 wurde einmalig eine prognostische Humusmodellierung für die Intensivstandorte berechnet. Die Daten können für Auswertungen beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen angefragt werden.

Landwirtschaftliche Dauerfeldversuche

Landwirtschaftliche Dauerfeldversuche

BeginnÄltester Versuch startete 1878 im Julius-Kühn-Feld der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg,
jährlich wiederkehrende Untersuchungen
Anzahl ProbepunkteEs gibt Initiativen zur besseren Vernetzung und gemeinsamen Auswertung, wie z.B. den AK IOSDV (Arbeitskreis der Internationalen Organischen Stickstoffdauerversuche) , euroSOMNET (European Soil Organic Matter Network: Datenbanken mit Dauerversuchen) oder BonaRes.
LandnutzungLandwirtschaft
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitDurchgeführt von Universitäten, Forschungseinrichtungen und landwirtschaftlichen Versuchsstationen.
FinanzierungÖffentliche Mittel, Forschungsförderprogramme und teilweise private Träger

Die Fragestellungen sind vielfältig, ursprünglich überwiegten Düngungsversuche, heute gibt es Dauerfeldversuche zu anderen Managementoptionen (Bodenbearbeitung, Ökolandbau, Reststoffverwertung, Energiepflanzenanbau usw.). Aus Sicht der Nachhaltigkeit sind die Dauerfeldversuche eine besonders wertvolle Datenquelle, da sie langfristig unter standardisierten Bedingungen durchgeführt und beprobt werden. Damit sind Voraussetzungen für die Bilanzierung von Stoff- und Energieflüssen und die Bewertung der Auswirkungen unterschiedlicher Bodennutzung gegeben.

Terrestrial Environmental Observatories - Soil can make a difference in climate policy (TERENO SoilCan)

Terrestrial Environmental Observatories - Soil can make a difference in climate policy (TERENO SoilCan)

Beginn2008
Anzahl Probepunkte132 Lysimeter an 13 Standorten in 4 Regionen (Eifel/Niederrheinische Bucht, Bayerische Alpen/Voralpen, Harz/Mitteldeutsches Tiefland, Nordostdeutsches Tiefland)
LandnutzungBoden aus ackerbaulicher Nutzung oder Wiesen-/Weidennutzung
Verknüpfung mit anderen ProgrammenFeldlysimeter
ZuständigkeitBundesministerium für Bildung und Forschung, Forschungsplattform der Hemholtz Gemeinschaft, koordiniert vom Forschungszentrum Jülich
FinanzierungBund
DatenzugangData Discovery Portal

TERENO ist ein interdisziplinäres und langfristiges Forschungsprogramm, das ein Netzwerk zur Erdbeobachtung über ganz Deutschland spannt. Auf der Grundlage der TERENO-Infrastruktur stellt das Teilprojekt TERENO SoilCan ein Lysimeter-Netzwerk dar, in welchem Langzeitfolgen des Klimawandels auf die Stoff- und Wasserflüsse im Boden und Grundwasser untersucht werden. 

Ziel von TERENO ist die Katalogisierung langfristiger ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Auswirkungen des globalen Wandels auf regionaler Ebene. Die vier Observatorien liefern Messdaten, mit denen Fragen der Klima- und Umweltforschung aufgegriffen und beantwortet werden können, wie z.B. der Einfluss von Klimawandel und Landnutzungsänderungen auf verschiedene Ökosysteme (Acker-, Grünland- und Waldstandorte), die Analyse von Interaktionen und Reaktionen im Komplex Boden-Vegetation-Atmosphäre und der skalenübergreifende Abgleich von Messung und Modellierung.

mehr über Terrestrial Environmental Observatories - Soil can make a difference in climate policy

Moor

MoMoK – Moorbodenmonitoring für den Klimaschutz

MoMoK – Moorbodenmonitoring für den Klimaschutz

BeginnAufbauphase seit 2020
Anzahl Probenahmestandorteca. 150 im Offenland (Grünland, Acker)
ca. 50 im Wald
Verknüpfung mit anderen ProgrammenICOS-D
ZuständigkeitBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und Durchführung vom Johann Heinrich von Thünen Institut
FinanzierungBund

Das Moorbodenmonitoring ist das erste deutschlandweite Moorbodenmonitoring mit einem einheitlichen Ansatz zur langfristigen Untersuchung von standort- und nutzungsbedingten Einflüssen auf die Entwicklung und Klimawirksamkeit von Moorböden. Es ist darauf ausgelegt, die bestehenden Berichtspflichten im Bereich Moorböden (kurz für Moore und andere organische Böden) in den Sektoren LULUCF („Land Use, Land Use Change and Forestry“) und Landwirtschaft mit Messdaten zu unterlegen und die Ansätze zur Regionalisierung der für die Emissionen entscheidenden Steuerfaktoren zu verbessern. (Quelle: www.moorbodenmonitoring.thuenen.de)

mehr über MoMoK – Moorbodenmonitoring für den Klimaschutz

Wald

Biodiversitätsexploratorien

Biodiversitätsexploratorien

ZeitraumSeit 2006
Anzahl Probepunkte3000 Gridplots
Davon 300 Experimentierplots
Davon 150 Plots mittlerer Forschungsintensität
Davon 54 Plots hoher Forschungsintensität
LandnutzungGrünland und Wald: 
im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg
im Nationalpark Hainich und seiner Umgebung in Thüringen
im Biosphärengebiet Schwäbische Alb in Baden-Württemberg
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitKoordinierung durch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung
FinanzierungDeutsche Forschungsgemeinschaft (Bund und Länder)

Die Exploratorien dienen der Erforschung des Zusammenhangs zwischen Landnutzung, Biodiversität und dem Nutzen der Natur für den Menschen. Dabei wird auf real bewirtschafteten Flächenuntersucht, wie sich die Landnutzungsintensität auf die Biodiversität und Ökosystemleistungen auswirken. Die zentralen Projekte (Kernprojekte) waren für den Aufbau der Exploratorien verantwortlich, koordinieren seit der dritten Projektphase über-greifende Projektaktivitäten und führen Basisaufnahmen von Organismen und Prozessen durch. Weitere themenspezifische Projekte ergänzen die Kernprojekte bezüglich detaillierterer Beobachtungen und Messungen. Bodenbezogene Projekte sind u.a. das „Kernprojekt Boden“ seit 2006) und das „Kernprojekt Mikroorganismen“ (seit 2014).

Das Kernprojekt Boden stellt wichtige Informationen zu Bodeneigenschaften und -funktionen von allen 300 Experimentierflächen der Exploratorien bereit. Zentrale Forschungsfrage des Projektes ist, inwiefern Kohlenstoff- und Nährstoffkreisläufe durch Landnutzung und Biodiversität beeinflusst werden.

Zentrale Aufgaben im Kernprojekt Mikroorganismen sind die Erfassung und das Monitoring von Bodenmikroorganismen, insbesondere der Pilzgemeinschaft, auf allen 300 Experimentierflächen der Exploratorien.

mehr über Biodiversitätsexploratorien

Bodenzustandserhebung Wald (BZE Wald)

Bodenzustandserhebung Wald (BZE Wald)

Beginn1. Inventur von 1987 bis 1992
2. Inventur von 2006 bis 2008
3. Inventur von 2022 bis 2024 (Auswertung läuft bis 2028)
Anzahl Probepunkteca. 1900 Punkte im 8x8 km Raster
LandnutzungForst
Verknüpfung mit anderen Programmen410 Punkte im 16x16 km-Raster sind Teil des UN/ECE ICP Forests, Waldzustanderhebung
ZuständigkeitBundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Koordination durch das Johann Heinrich von Thünen Institut, Bundesländer sind für ihre Erhebung, Analysen und Auswertung zuständig
FinanzierungBund

Die bundesweite Bodenzustandserhebung im Wald (BZE Wald) ist Bestandteil des forstlichen Umweltmonitorings. Die Daten zeigen mögliche Risiken für Waldböden und diese können eingeschätzt werden. Dadurch können Frostverwaltungen, WaldbesitzerInnen und Politik forstliche Maßnahmen einleiten, um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung zu verwirklichen.

mehr über Bodenzustandserhebung Wald

Forstliche Standortserkundung

Forstliche Standortserkundung

BeginnJe nach Bundesland unterschiedlich,
eine bundeseinheitliche Kartierung auf Flächen im Besitz des Bundes fand 1990 bis 2005 statt.
Anzahl Untersuchungsstandorte-
LandnutzungWald
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitForstämter und Bundesanstalt für Immobilienaufgaben – Sparte Bundesforst
FinanzierungBund und Länder

Bei der Felderhebung werden Bodeneigenschaften und Humusform sowie Bodenvegetation, Bestandstyp / Baumartenzusammensetzung erfasst bzw. untersucht. Die Kartierung dient zur Ausweisung von Waldentwicklungstypen, Baumartenwahl und Planung waldbaulicher Maßnahmen. Daten können auf Einzelliegenschaften bezogen bei den örtlich zuständigen Bundesforstbetrieben erfragt werden. Für Bundeswehr-Liegenschaften ist die Zustimmung der zuständigen Stellen erforderlich.

NaBioWald (Nationales Biodiversitätsmonitoring im Wald)

NaBioWald (Nationales Biodiversitätsmonitoring im Wald)

Zeitraum

Monitoring im Aufbau

Anzahl Probepunkte

500

Landnutzung

Wald

Verknüpfung mit anderen Programmen

BZE Wald, ICP Forest Level II

Zuständigkeit

Johann Heinrich von Thünen-Institut, zusammen mit weiteren Institutionen vom Bund und aus den Bundesländern

Finanzierung

-

Das Programm zielt darauf ab, umfassende und repräsentative Informationen über die biologische Vielfalt in den Wäldern zu gewinnen, sowie über die beeinflussenden Faktoren und deren Wirkungsweisen. Dabei spielen die Wechselwirkungen von Waldmanagement und Umweltfaktoren auf die Biodiversität eine besondere Rolle. Hier werden Daten zu Regenwürmern, Enchyträen, Springschwänzen, Hornmilben und Mikroorganismen erhoben.

mehr über das Nationale Biodiversitätsmonitoring im Wald

Internationale Aktivitäten:

alle Landnutzungen

European Soil Observatory

European Soil Observatory

Beginn2020
Anzahl ProbenahmepunkteGenaue Zahlen variieren, Daten aus zahlreichen Bodenbeobachtungsstellen werden koordiniert
LandnutzungGrundsätzlich alle Landnutzungsarten, leichter Schwerpunkt auf landwirtschaftlichen Flächen
Verknüpfung mit anderen ProgrammenLUCAS Soil
ZuständigkeitJoint Research Center (JRC) der EU-Kommission
FinanzierungEU-Kommission
Datenportalhttps://esdac.jrc.ec.europa.eu/esdacviewer/euso-dashboard/

Das European Soil Observatory (EUSO) wurde von der Europäischen Kommission eingerichtet und ist im European Commission’s Joint Research Centre (JRC) verankert. Es dient als zentrale Plattform zur Überwachung des Bodenzustands in Europa und zur Unterstützung der Umsetzung der EU-Bodenstrategie 2030. Das EUSO sammelt, harmonisiert und analysiert Bodendaten aus den EU-Mitgliedstaaten, um veränderte Bodenzustände, Trends und Risiken für Bodenfunktionen zu identifizieren. Das Netzwerk verbindet nationale und europäische Akteure, um den Austausch von Bodendaten zu verbessern und wissenschaftlich fundierte Grundlagen für die Umwelt-, Agrar- und Klimapolitik der EU bereitzustellen. Wichtige Themen sind Bodendegradation, Kohlenstoffspeicherung, Bodenbiodiversität sowie der Beitrag von Böden zur Klimaanpassung. Bodendaten des EUSO sind über das European Soil Data Centre (ESDAC) verfügbar:

https://esdac.jrc.ec.europa.eu/euso.

Global Soil Partnership

Global Soil Partnership

Beginn2012 von der FAO gegründet
Anzahl ProbenahmepunkteKoordination globaler Bodeninformationen
LandnutzungAlle Landnutzungsarten
ZuständigkeitFAO
FinanzierungFAO-Mitgliedsstaaten
Datenportalhttps://www.fao.org/global-soil-partnership/areas-of-work/soil-information-and-data/en/

Das Global Soil Partnership (GSP) wurde 2012 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) ins Leben gerufen, um den weltweiten Schutz und die nachhaltige Nutzung von Böden zu fördern. Das GSP unterstützt den Aufbau von globalen und regionalen Bodenmonitoring-Netzwerken und entwickelt Standards für Bodendaten, um die Vergleichbarkeit von Informationen weltweit zu gewährleisten. Ein zentrales Element des GSP ist das Global Soil Information System (GloSIS), das Bodendaten aus verschiedenen Ländern zusammenführt, um den Zustand der Böden weltweit zu bewerten. Der Fokus liegt auf Themen wie Bodendegradation, Bodenfruchtbarkeit, Erosionsrisiko, organischer Kohlenstoffspeicherung und der Rolle von Böden für die Ernährungssicherheit und den Klimaschutz. Das GSP trägt zur Umsetzung globaler Umweltziele bei, insbesondere der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Informationen und Datensätze sind über das Global Soil Information Gateway der FAO verfügbar.

mehr über Global Soil Partnership

Integrated Carbon Observation System – Deutschland (ICOS-D)

Integrated Carbon Observation System – Deutschland (ICOS-D)

ZeitraumSeit 2001
Anzahl Probepunkte18 in Deutschland
LandnutzungAcker, Grünland, Wald, Moor
Verknüpfung mit anderen ProgrammenEinige Standorte sind Teil des Lysimeter Netzwerkes TERENO
ZuständigkeitJohann Heinrich von Thünen-Institut für Agrarklimaschutz
FinanzierungBund
DatenportalICOS data search

Die Forschungsinfrastruktur ICOS ist ein Netzwerk auf europäischer Ebene, welches eine für Europa einheitliche, kontinuierliche und standardisierte Messung von Treibhausgasen (THG) garantiert. Die Kombination von Messungen in der Atmosphäre, im Ozean und über Land ermöglicht eine Bestimmung der Einflüsse von Landnutzung, Klimavariabilität und Änderungen im marinen System auf die THG-Bilanz. Die Zentrallabore für die Kalibrierung und Standardisierung von Spurengas- und Radiokohlenstoffmessungen aller ICOS-Standorte in Europa befinden sich in Deutschland. ICOS-D ist der deutsche Beitrag zum europäischen Netzwerk.

mehr über Integrated Carbon Observation System – Deutschland

Land Use and Cover Area Frame Survey - Topsoil Survey (LUCAS Soil)

Land Use and Cover Area Frame Survey - Topsoil Survey (LUCAS Soil)

Beginn1. Inventur 2009 bis 2012
2. Inventur 2015
3. Inventur 2018
Anzahl Probepunkte1947 im Jahr 2009/2012 in Deutschland
1687 im Jahr 2015 in Deutschland
Landnutzungalle
Verknüpfung mit anderen Programmen-
ZuständigkeitEuropäische Union, Joint Research Center
FinanzierungEuropäische Union

LUCAS (Land Use / Cover Area Frame Statistical Survey) ist ein EU-weites Projekt, in dem basierend auf einem regelmäßigen 2 x 2 km-Raster über den gesamten Kontinent verteilt die Landnutzung und Landbedeckung an rund 270.000 Punkten nach einheitlichen Kriterien erfasst wird. Die Daten von LUCAS bilden die Grundlage für europaweit vergleichbare Boden- und Landnutzungsstatistiken. Im Projekt werden auch terrestrische Daten zur landwirtschaftlichen Nutzung erhoben.

Seit 2009 bildet das Programm zudem die Grundlage, Oberböden in 23 Mitgliedstaaten der EU in einer einheitlichen Datenbank zu erfassen (LUCAS Soil). Die Proben werden im Joint Research Center (JRC) der Europäischen Union bezüglich mehrerer Bodenparameter untersucht, um den Zustand des Bodens in Europa beurteilen zu können.

mehr über Land Use and Cover Area Frame Survey - Topsoil Survey

Wald

International Co-Operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects - Integrated Monitoring Programm (ICP-IM)

International Co-Operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects - Integrated Monitoring Programm (ICP-IM)

Zeitraum1992 und 1998
Anzahl Probepunkte2 in Deutschland
LandnutzungWald
Verknüpfung mit anderen ProgrammenICP Forests
ZuständigkeitUmweltbundesamt und Johann Heinrich von Thünen-Institut
FinanzierungBund

Das Integrated Monitoring Programm (IM) ist eins von sechs internationalen Kooperationsprogrammen (IPCs) der Genfer Luftreinhaltekonvention. Es befasst sich mit der „umfassenden Betrachtung der Wirkungen von Luftverschmutzung auf Ökosysteme“, die nicht aus lokalen Quellen, sondern aus dem großräumigen grenzüberschreitenden Transport von Schadstoffen stammen. Das Messprogramm umfasst die Meteorologie des Standorts, den Freilandniederschlag (inkl. Kronentraufe und Stammablauf), die Boden-, Sickerwasser-, Grundwasser- und Oberflächenwasserchemie, sowie Blatt- und Nadelanalysen, Vegetationsuntersuchungen und die mikrobielle Zersetzung.

International Co-Operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests (ICP Forests Level I and II)

International Co-Operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests (ICP Forests Level I and II)

Zeitraum1985 Level I
1995 Level II
Anzahl Probepunkteeuropaweit
ca. 6000 Level I
ca. 800 Level II
LandnutzungWald
Verknüpfung mit anderen ProgrammenWaldzustandserhebung (WZE)
Bodenzustandserhebung (BZE Wald)
ZuständigkeitBMEL und Johann Heinrich von Thünen-Institut
FinanzierungEU

Die Monitoringbereiche beziehen sich in Level I auf die räumliche und zeitliche Variation des Kronenzustands, sowie des Bodenzustandes und der Blattnährstoffgehalte. Level II ermöglicht einen tieferen Einblick in die Interaktionen zwischen den verschiedenen Komponenten des Ökosystems Wald durch eine Kombination von Messungen wie Baumwachstum, Boden-Vegetation, Bodenlösung, atmosphärische Deposition, Luftqualität, meteorologische Parameter, Phänologie, Streufall und sichtbare Ozonschäden. Dies verbessert das Verständnis der Ursache-Wirkung-Beziehungen zwischen dem Zustand von Waldökosystemen und anthropogenen bzw. natürlichen Stressfaktoren (Schwerpunkt auf Luftverschmutzung). Die Daten können auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

mehr über International Co-Operative Programme on Assessment and Monitoring of Air Pollution Effects on Forests (ICP Forests Level I and II)

Quelle und weitere Informationen:

Viele dieser Programme sind noch ausführlicher in folgender Publikation beschrieben:

Broschüre „Bodendaten in Deutschland – Überblick über die Mess- und Erhebungsaktivitäten für Böden“ 

Fehlt ein Monitoringprogramm oder gibt es Änderungen? Lassen Sie es uns wissen!

 

Cookies