Festakt zur Eröffnung des Bodenmonitoringzentrums

Eine Torte, die das Bodenprofil eines Auengley zeigt, wurde angeschnitten.
Am 2. Dezember 2024 wurde im Umweltbundesamt in Dessau das Nationale Bodenmonitoringzentrum mit der Ziehung eines Bodenprofiles aus einer Auenbodenprofil-Torte offiziell eröffnet. Vertreter und Vertreterinnen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft kamen zusammen, um den Startschuss für ein zukunftsweisendes Vorhaben zu geben: die bundesweite Vernetzung aller Institutionen, die Bodenmonitoring betreiben und Bodendaten auswerten, somit der umfassenden Darstellung des Bodenökosystems in Deutschland. Mit dem neuen Zentrum wird eine zentrale Anlaufstelle geschaffen, die Bodendaten bündeln ihre Vergleichbarkeit verbessern und eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für politische Entscheidungen legen soll.
Der Fernsehbeitrag
Ein Fernsehteam war vor Ort und hat die Eröffnung in einem Beitrag dokumentiert. Das Video zeigt zentrale Momente und Stimmen aus Wissenschaft und Praxis.
© RAN1
Stimmen aus Politik und Wissenschaft
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Steffi Lemke, Bundesumweltministerin
Steffi Lemke, Bundesumweltministerin
Bundesumweltministerin Steffi Lemke betonte in ihrer Eröffnungsrede die zentrale Bedeutung des Bodens für das Ökosystem: „Die meisten Menschen denken bei Biodiversität an Regenwald oder Magerrasen, aber der Boden ist das Zentrum des Lebens.“ Sie machte deutlich, dass bodenbezogene Daten unverzichtbar sind, um die richtigen Maßnahmen zum Schutz und zur Wiederherstellung dieser Ressource ergreifen zu können. Lemke verwies auch auf die EU-Bodenstrategie, die vorsieht, dass bis 2050 alle Böden in gutem Zustand sein sollen.
„Wir brauchen mehr Wissen, mehr Bewusstsein über den Zustand des Bodens, denn das ist das Fundament unseres Lebens“, so Lemke. Sie stellte zudem heraus, dass das Zentrum als Netzwerk gedacht ist, das vorhandene Strukturen besser verknüpfen und Daten nutzbar machen soll.
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Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts
Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamts
UBA-Präsident Dr. Dirk Messner wies auf die anhaltenden Herausforderungen für den Bodenschutz hin: Täglich werden in Deutschland 50 bis 60 Hektar Boden versiegelt, Erosion und Schadstoffeinträge bedrohen die Bodenfunktionen. Die Fragmentierung von Daten und Zuständigkeiten erschwert bisher eine zielgerichtete Politik. Das Zentrum soll hier Abhilfe schaffen und langfristige Beobachtungen ermöglichen.
„Wohlstandssicherung ohne die Sicherung der Ökosysteme ist unmöglich. Wer das nicht versteht, versteht nichts von Wirtschaft“, appellierte Messner. Das Ziel ist ein integrativer Ansatz, der Bodendaten mit Klimadaten kombiniert und die Grundlage für resiliente Zukunftsstrategien schafft.
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Heinz Flessa, Institut für Agrarklimaschutz, Thünen-Institut
Heinz Flessa, Institut für Agrarklimaschutz, Thünen-Institut
Als Experte für Bodenmonitoring umriss Prof. Dr. Heinz Flessa die Vielfalt bestehender Erhebungen in Deutschland. Die Bodenüberwachung ist methodisch sehr divers und an die jeweiligen Standorte angepasst. Gerade deshalb ist eine Koordination zentral, um Synergien zu nutzen, Doppelarbeit zu vermeiden und die Sichtbarkeit der Daten zu verbessern.
Flessa hob hervor, wie wichtig es ist, alle Akteure auf Augenhöhe einzubinden: „Ohne die Bundesländer wird das Bodenmonitoringzentrum nicht fliegen.“ Zugleich zeigte er auf, welche wissenschaftlichen Grundlagen das Thünen-Institut in den Bereichen Wald, Landwirtschaft und Moore bereits gelegt hat. Das Monitoring bringt nicht nur Wissen, sondern schafft auch Netzwerke und Vertrauen.
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Anke Herrmann, Vorsitzende der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO)
Anke Herrmann, Vorsitzende der Bund-Länder-Arbeitsgemeinschaft Bodenschutz (LABO)
Anke Herrmann vertrat die Perspektive der Bundesländer und sprach die Herausforderungen der Kooperation offen an. Unterschiedliche Strukturen, personelle Ressourcen und gesetzliche Grundlagen erschweren eine gemeinsame Linie. „Von Anfang an sollten wir ehrlich miteinander sein“, betonte Herrmann mit Blick auf den Aufbau des Zentrums.
Die Länder brauchen Planungssicherheit, Verbindlichkeit und echte Mitgestaltungsmöglichkeiten. Das Monitoringzentrum kann dabei helfen, kommende europäische Anforderungen wie das neue Soil Monitoring Law effizient umzusetzen.
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Karin Pierhofer, Weltacker e.V.
Karin Pierhofer, Weltacker e.V.
Dr. Karin Pierhofer brachte die Perspektive zivilgesellschaftlicher Bildungsarbeit ein und warb für mehr Kommunikation über das Thema Boden in der breiten Öffentlichkeit. Sie berichtete von gelungenen Formaten der Bodenbildung – vom Theaterstück über Stickstofffixierung bis zum Bodenmikrofon, das Bewegungen im Boden akustisch erlebbar macht.
Ihr Appell: „Ohne den Boden kein Essen auf dem Teller.“ Es braucht kreative Ansätze, um das Thema für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen zugänglich zu machen und langfristig in der Gesellschaft zu verankern.
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Feedback der Presse (Auswahl):
Ausblick
In den kommenden Jahren wird das Zentrum aufgebaut. Bestehende Datenquellen sollen besser verknüpft und Lücken in der Datenlandschaft identifiziert werden. Dabei steht die Zusammenarbeit mit bestehenden Akteuren im Vordergrund, um vorhandene Stärken zu nutzen und gemeinsam mit den Beteiligten Grundlagen für messnetzübergreifende Auswertungen zu entwickeln. Ziel ist es, die Aussagekraft bodenbezogener Informationen zu erhöhen und diese gemeinsam mit Bund, Ländern, Wissenschaft und Praxis für eine nachhaltige Bodennutzung bereitzustellen.








